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Pressestimmen über das Taxigewerbe und den TVB |
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GV 2008 |
Jahresmitgliederversammlung des TVB in der GASAG- Zentrale in Mitte
Vorstand einstimmig entlastet + Bekämpfung der Schwarzarbeit: Arbeitsschwerpunkt des Vorstandes bringt erste Erfolge
+ Hamburger Modell soll bald zum Berliner Modell werden
Einstimmig haben die Mitglieder des Taxiverbandes Berlin, Brandenburg den seit einem Jahr im Amt befindlichen Vorstand mit Detlev Freutel an der Spitze entlastet. Nach den Berichten des geschäftsführenden und des erweiterten Vorstandes sowie kurzer Aussprache gab es Applaus für die erfolgreiche Arbeit des Teams.
Vorstandschef Freutel hatte in seinem Bericht zuvor offen über Erfolge und Misserfolge berichtet. Während etwa das aktive Fahrradfahren unter den Kolleginnen und Kollegen bislang weder durch die Zusammenarbeit mit einem Fahrradhändler noch durch die vom Vorstand angebotenen Radtouren gefördert werden konnte, nehme der Kampf gegen die Schwarzarbeit endlich Konturen an. Hier sei viel Vorarbeit nötig gewesen: „Wir haben inzwischen nicht nur die vorbehaltlose Unterstützung der Kollegen vom Vorstand der Innung, sondern auch in der Senatsverwaltung ein offenes Ohr für unser Anliegen“, zeigte sich Freutel optimistisch, dass im kommenden Jahr 2009 das „Hamburger Modell“ (siehe hierzu auch Bericht in dieser RAL- Ausgabe) auch in Berlin zur Bekämpfung des Steuer- und Sozialbetrugs im Gewerbe angewandt werden könne.
TVB- Chef Freutel freute sich denn auch über die Resonanz auf das erweiterte Seminarangebot des TVB für Mitgliedsbetriebe und solche, die es noch werden wollen. Besonders positiv sei der gute Besuch mehrerer Informationsveranstaltungen zum Thema Schwarzarbeit. „Allmählich erfolgt ein für unser Gewerbe überlebenswichtiges Umdenken bei den Betrieben“, betonte der Vorsitzende.
Schatzmeister Hans Renken lobte die Pressearbeit des Vorsitzenden, die ihm unter anderem sogar einen Auftritt im Frühstücksfernsehen erbracht hatte. Im Vergleich mit anderen Lobbyisten gebe es aber noch viel für das Gewerbe zu tun. „Die Berliner Taxenunternehmer bieten über 7.000 Arbeitsplätze an. Nimmt man die Mehrfachbesetzung der Fahrzeuge, die Verwaltung und Werkstattleistungen hinzu, dürften es um 20.000 Stellen für die Berlinerinnen und Berliner sein“, so Renken. Angesichts dieser Zahlen brauche sich das Gewerbe bei der Vertretung seiner Interessen nicht zu verstecken. Gemeinsam mit der Innung sei der TVB hier auf einem sehr guten Weg.
Boto Toepfer berichtete weitere Details zur Pressearbeit und zur Arbeit am Internetangebot des Verbandes. Die Website biete inzwischen umfangreiche und aktuelle Informationen für die Mitglieder an: „Der Klick lohnt immer: www.taxiverband-berlin.de“. Michael Gatowski erläuterte seine umfangreiche Arbeit als Schriftführer, Goran Djukic gab einen aktuellen Überblick zu den Stadtführerkursen und Karl-Heinz Kirle, Beisitzer für Brandenburg, berichtete von der Situation „auf dem platten Land“, wo den Krankenfahrten mit einem Anteil von 90% an den Aufträgen die zentrale Bedeutung zukomme. Da die bisherige Tarifregelung nicht mehr kostendeckend war, müsse ein neues Abkommen verhandelt werden. „Der TVB wird als Vertretung des Gewerbes inzwischen voll anerkannt“, zeigte sich Kirle optimistisch, dass eine neue Vereinbarung bald erzielt werden könne.
Erfreulich sei zudem wie in Berlin der brandenburgische Mitgliederzuwachs. Zur Stadt Potsdam, für die wie in Berlin ein Antrag auf Genehmigung eines neuen Tarifes gestellt wurde, berichteten die Kollegen Kirle und Ralf Günter, dass es zwar eine Warteliste auf Neuerteilung von Konzessionen gebe. Ein Konzessionshandel erfolgt derzeit jedoch nicht.
Ein großes Problem stellt die Versicherung der Taxen dar. Wohl jede/r Unternehmer/in kann inzwischen ein Lied davon singen. Auf Einladung des Vorstandes stellte Herr Brenner vom größten deutschen Taxiversicherer VdK in einem Gastreferat hierzu dramatische Zahlen vor. Das Versicherungsgewerbe steht gerade in Berlin vor großen Problemen (siehe Beitrag hierzu).
Nach dem Ausscheiden von TVB- Vorstandsmitglied Andreas Koska aus beruflichen Gründen wird der verwaiste Posten mit seinem Aufgabengebiet zunächst kommissarisch mitbetreut. Eine Nachwahl für den Vorstand ist aus Satzungsgründen zunächst nicht erfolgt. Daher wurde der Vorschlag des Vorstandes einstimmig angenommen.
Detlev Freutel dankte abschließend der GASAG für ihre Gastfreundschaft - im Saal war die Bewirtung während der gesamten Versammlung sehr ansprechend, sowie Justitiar Andreas Just für die Leitung der Sitzung.
jl
Taxiversicherer haben Probleme – gerade in Berlin
VdK hält Gewerbe zwar die Treue, erwartet aber Veränderungen
Die Mitglieder des TVB staunten auf der Jahreshauptversammlung nicht schlecht, als Herr Brenner von der VdK- Versicherung Zahlen seines Unternehmens zur Taxiversicherung vorstellte. In großen Grafiken und Statistiken wurde die Situation um die Assekuranz unserer Droschken aus anderer Sicht beleuchtet.
Die VdK ist Marktführer bei den Taxiversicherungen. Ihr Marktanteil liege knapp 45% auf Bundesebene, in Berlin etwas darunter (38%). Die häufigst versicherten Modelle entstammen dabei dem Hause Mercedes Benz (54%), gefolgt von VW (21%). Dramatisch sei die Entwicklung der Schadenquoten im Taxigewerbe: „Seit 2006 ist die Quote bei der Haftpflicht bundesweit von 111 auf 135% gestiegen, in Berlin auf voraussichtlich 200% im laufenden Geschäftsjahr“, erläuterte Herr Brenner. Die Quote beziehe sich jeweils auf die Ausgaben bezogen auf eingenommene Prämien von 100 Euro. Brenner warnte: „Bei der Haftpflicht wird es dramatisch. In Berlin geben wir für jeden eingenommenen Euro in diesem Jahr zwei Euro zur Schadensbegleichung aus.“ Dies sei nur durch bessere Quoten in anderen Bereichen noch auszugleichen, bei weiterer Steigerung der Unfallzahlen könnte das Zurückziehen der Unternehmen vom Taximarkt erfolgen. Erstmals sei in Berlin sogar die Quote in der Vollkasko über die 100% gerutscht (Bund 85%, Teilkasko 78%). Die „Schmerzgrenze ist lange überschritten. Es knautscht mächtig.“
Detlev Freutel gab Herrn Brenner Recht bei der Forderung nach Maßnahmen zur Reduzierung der hohen Schadensquoten: „Die Ausbildung des Fahrpersonals muss unbedingt verbessert werden.“ Gemeinsam wolle man nach Ansätzen hierzu suchen und diese schnell umsetzen. Auch ein weiteres Steigen der Versicherungsprämien könne vom Taxigewerbe nicht weiter finanziert werden. Hier waren sich VdK- Experte und Taxenunternehmer einig. Herr Brenner beruhigte zum Schluss noch ein wenig: „Wir versichern seit 100 Jahren Taxen und wollen, dass es so bleibt. Mit dem guten Willen des Gewerbes werden wir gemeinsam eine Perspektive für die Zukunft entwickeln:“
Jochen Liedtke
Auf Hamburger Droschken lässt sich wieder Geld verdienen
Bekämpfung der Schwarzarbeit wichtigstes Ziel der Gewerbearbeit + Thomas Lohse berichtet von ersten Erfolgen an der Alster
Dass nicht nur die Entwicklung des Berliner Taxigewerbes die Wettbewerbssituation rasant verschlechtert und in anderen Städten ähnliche Entwicklungen zu beobachten sind, dürfte bekannt sein. Dass aber mit Hamburg die erste deutsche Großstadt reagiert und Veränderungen umgesetzt hat, die inzwischen erste Erfolge bringen, konnte Gastredner Thomas Lohse von der Taxen Union Hamburg Hansa e.V. den TVB- Mitgliedern auf ihrer Jahreshauptversammlung anhand von Zahlen beweisen.
Der Hamburger Taxenmarkt bediene eine Stadt mit rund 1,7 Millionen Einwohnern, ist also etwa halb so groß wie die Hauptstadt, was ein einfaches „Hochbrechen“ der Hamburger Zahlen auf die Berliner Verhältnisse ermögliche, erläuterte Kollege Lohse zum Eingang seiner Präsentation. „Im Jahr 2000 hatten wir eine Konzessionszahl von 4000 erreicht. Davon konnten nur noch die etwa 1000 Funktaxen Geld verdienen. Bis 1985 hatte die Taxenzahl bei maximal 3500 gelegen“ Thomas Lohse wies in diesem Zusammenhang auf die höheren Hamburger Funkgebühren hin. „Bei monatlichen Beiträgen von circa 400 Euro lassen sich im Mittel bis zu 20 Funkaufträge pro Tag erzielen.“
Die Ausgangslage in Hamburg war also ähnlich trostlos wie gegenwärtig an der Spree: Die Konzessionszahlen stiegen, die Umsätze waren im gleichen Maß rückläufig. Die Schwarzarbeit wurde dabei zum größten Problem des Gewerbes, bis dann im Jahr 2005 die große Zäsur kam: Gemeinsam mit der Stadt wurden die Gewerbevertretungen nach umfassenden Gesprächen aktiv. Zunächst wurde ein umfassendes Gutachten zur Ermittlung der wirtschaftlichen Lage der Hamburger Taxiunternehmen erstellt, dazu wurden vor allem objektive Taxameterdaten ermittelt. Diese Daten wurden zur Grundlage für alle weiteren Maßnahmen, die bis zum heutigen Tag weiter betrieben werden. Die Stadtverwaltung entwickelte eine neue Aufsichtsbehörde, schulte ihr Personal gezielt und ist seit fast vier Jahren in der Lage, Schichtzettel zu kontrollieren und genaue Prüfungen der Betriebsdaten vorzunehmen. Hierzu erfolgen Stichproben auf der Straße und in den Büros. Probleme bekommen die Unternehmen in dem Moment, wo die Schichtzetteldaten mit der Buchhaltung nicht mehr zusammenpassen.
Thomas Lohse präsentierte eindrucksvolle Zahlen: „Seit Beginn der Maßnahmen im Jahr 2005 ist die Zahl der Taxen auf 3.356 zurückgegangen, die Umsätze steigen wieder.“ Lohse wollte nicht verheimlichen, dass gerade zu Beginn des „Hamburger Modells“ zahlreiche Betriebe zeitgleich mit der Verschärfung der Kontrollen ihre Pforten geschlossen haben, obwohl die Behörden zu Beginn der Überwachung zunächst nur „gelbe Karten“ verteilten. Die letzte Chance zum Weiterbetrieb des Fuhrgewerbes hätten aber viele auch genutzt und wirtschaften nun transparent und ehrlich. Lohse: „Wir waren zum Erfolg verdammt. Das war die letzte Chance für den Berliner Taxenmarkt und wir haben sie genutzt.“
Mit den gläsernen Taxenbetrieben ging eine faktische Umverteilung von jährlich etwa 1,5 Millionen Touren einher. Legale Beschäftigung sei im Gewerbe wieder möglich geworden, den Unternehmern gehe es besser und besser. „Auch die Löhne für das Fahrpersonal steigen inzwischen wieder“, ergänzte der Hamburger Unternehmer und Gewerbevorstand. Als nächster Schritt sei nun die Einführung von elektronischen Schichtzetteln geplant, die mittels Mobilfunkverbindung direkt vom „Wecker“ an einen Server gemeldet werden – im Halbstundentakt. Damit sei Betrug praktisch nicht mehr möglich. Thomas Lohse: „Die Beschaffung der neuen Technik wird von der Stadt Hamburg subventioniert.“
In seinem Schlusswort resümierte Thomas Lohse, dass die guten Wettbewerbskennzahlen des Jahres 1985 seit der Einführung des „Hamburger Modells“ vor knapp vier Jahren „noch nicht ganz wieder erreicht sind, aber unser Kurs stimmt: Das Grundprinzip, dass die Taxameterdaten sich 1:1 in den Büchern wiederfinden, ist erfüllt. Der Anteil der Funktaxen nimmt wieder zu, auch die Zahl der Betriebe ist leicht gestiegen, während die Konzessionen weiter rückläufig sind.“ Inzwischen lasse sich in Hamburg wieder ein Monatsumsatz von 10.000 Euro erzielen, allerdings bei höheren Betriebskosten als in Berlin. „Die Bekämpfung des Sozialbetrugs ist zu unserem Erfolgsmodell geworden und sichert dem Hamburger Taxigewerbe das Überleben. Das wünsche ich auch den Kolleginnen und Kollegen in Berlin“, forderte Lohse die TVB- Mitglieder zur Nachahmung auf.
Detlev Freutel dankte für die Ausführungen und erwiderte: „In Berlin möchten wir auch wieder gutes Geld verdienen und dabei ruhig schlafen können:“ Gemeinsam mit der Innung sei man in den Gesprächen mit den zuständigen Senatsverwaltungen und dem LaBo inzwischen bei der Umsetzung. Damit kann das „Hamburger (Erfolgs-) Modell“ schon bald zum „Berliner Modell“ werden. Viel Erfolg!
Jochen Liedtke
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Ziellos in der City |
ADAC- Taxitest erzeugt großes öffentliches Interesse
Wer ADAC- Mitglied ist, konnte es in der Dezember- Ausgabe der „ADACmotorwelt“ selbst nachlesen: Der größte deutsche Automobilclub hat das Taxigewerbe unter die Lupe genommen und vermarktet neben den Ergebnissen…sich selbst. Müssen wir diesen als „Studie“ vermarkteten Testfahrtkanon ernst nehmen? Durchaus, denn die Kritik ist berechtigt.
Die Mitarbeiter des ADAC stiegen in zehn deutschen Großstädten, darunter Berlin, jeweils zwanzigmal in ein Taxi ein. Dabei wurden jeweils fünf Strecken wiederholt abgefahren, also jeweils viermal in vier verschiedenen Taxen. Die Ergebnisse sind in der Clubzeitung auf drei Seiten mit knappem Text, großen Fotos und einigen Grafiken nachzulesen. Neben Preisvergleichen, einer Bewertungstabelle –angeführt von Nürnberg belegt Berlin vor Schlusslicht Frankfurt den vorletzten Platz- und der Erkenntnis, dass „viele Taxifahrer ihren Job gut machen“, kommt der ADAC zu dem knappen Ergebnis: Knapp 13 % der Testfahrten „bestanden im Test nicht“, 16 % erhielten ein „Ausreichend“ (was immer das bedeuten mag) und mehr als 70 % der Fahrten wurden von den unerkannt bleibenden Testern mit Gut oder Sehr gut bewertet. Die Berichte in den Gazetten der freien Presse und den elektronischen Medien ließen Schlimmeres vermuten.
Ein Text also, der allein wegen der geringen Zahl der Testfahrten kaum als „Studie“ gewertet werden kann, uns aber dennoch Anlass zum Nachdenken geben sollte. Die für unser Gewerbe (überlebens-)wichtige Frage stellt sich zentral: Wie werden wir von unseren Fahrgästen wahrgenommen? Richtig ist: Fehler bleiben eher im Gedächtnis haften als die „perfekte“ Dienstleistung. Reibungslose und erfreuliche Fahrten geraten nach erfolgter Bezahlung in Vergessenheit, hingegen der Zahlungsstreit, die Diskussion um Umwege, unangenehme Fahrweise und unfreundliches oder der deutschen Sprache nur begrenzt mächtiges Fahrpersonal setzt sich nicht nur im Langzeitgedächtnis fest, vielmehr wird er im Gespräch weitergetragen. Der unzufriedene oder gar geschädigte Fahrgast wird zum Multiplikator im Negativen mit allen verheerenden Auswirkungen für das Taxigewerbe. Hinzu kommt der erste Eindruck bei Touristen und Geschäftsreisenden, die unsere Stadt besuchen und direkt nach Ankunft oder Landung zu allererst dem Taxichauffeur begegnen – als DEM Aushängeschild unserer Stadt. Was dann jeweils im Taxi bis zum Erreichen des genannten Fahrziels (so es denn erreicht wird…) geschieht, entzieht sich zunächst unserer Kenntnis und verbleibt zwischen Fahrer und Fahrgast. Erst beim Weitertragen des Erlebten oder gar dem Anschreiben der Beschwerdestellen weitet sich der Kreis. Schlecht fürs Image. Schlecht für unser Gewerbe! Schlecht für die ganze Stadt!
Wollen wir SO arbeiten? Neben der effektiven Bekämpfung der Schwarzarbeit besteht große Notwendigkeit in der Verbesserung der Dienstleistung „Fahrgastbeförderung“. Neben der Bereitstellung eines gepflegten (!) und sicheren (!) Fahrzeuges gibt es großen Nachholbedarf bei der Schulung des Fahrpersonals. Die Gewerbevertretungen wie auch der Berliner Senat haben das Problem erkannt. Auch wenn der ADAC in seiner als „Studie“ fehlbezeichneten, nicht nur unter wissenschaftlichen Aspekten nicht ganz seriösen Untersuchung trotz des kritischen Tons auf 70% zufriedenstellende Fahrten gekommen ist, gibt es hier Nachholbedarf, der über eine freiwillige Selbstverpflichtung kaum zu erreichen ist. Insbesondere die werten KollegInnen „Flughafenkutscher“ sollten sich hier mal an zumindest einige Nasen fassen. Das Imageproblem betrifft nicht nur die Quartalsduscher unter den Kutschern, also die „schwarzen Schafe“. Generell müssen wir unseren Fahrgästen mit der gebotenen Freundlichkeit begegnen – auch bei kurzen Fahrten!- und kompetent und entgegenkommend behilflich sein, Auskunft geben, seriös auftreten und….(eigentlich eine Selbstverständlichkeit) rücksichtsvoll und defensiv fahren.
Überbewerten sollten wir die ADAC- Erhebung nicht, verdrängen sollten wir ihre Ergebnisse und –mehr noch- die öffentliche Resonanz aber keineswegs. Selbstzufriedenheit ist angesichts unserer Wettbewerbssituation nicht angezeigt. Konzepte zur Überwindung der archaischen Bedingungen, in denen das Taxigewerbe leider immer noch weitgehend verharrt, sind dringend geboten. Da uns andere dabei kaum oder gar nicht helfen, müssen wir zur Selbsthilfe greifen. Das ist nicht das Schlechteste. Anschließende Zufriedenheit ist garantiert, wenn die Fahrgäste zu fast 100% zufrieden sind und wenn es wieder möglich sein wird, sich mit unserem Beruf und allen KollegInnen zu identifizieren und dann auch wieder gut von unserer Arbeit zu leben.
Diesen Kommentar schrieb Jochen Liedtke.
Empfohlen sei der/dem geneigten LeserIn ein schöner Beitrag in der Ausgabe Nr. 50 der ZEIT vom 4. Dezember 2008: In der Rubrik „Reisen“ erschien von Markus Wolff dazu eine „Gegen- Untersuchung“ ohne wissenschaftlichen Anspruch: „Ganz schön mitgenommen“ ist der Artikel überschrieben. Marke: Sehr lesenswert!
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Aus für Abzocker |
In Tegel sollen Taxi-Passagiere vor betrügerischen Fahrern besser geschützt werden – für einen 50-Cent-Zuschlag.
„Am Flughafen Tegel lauern die Abzocker“, sagen Kenner der Taxibranche. Fahrer, denen es nur auf eines ankomme – sie wollen Touristen abkassieren. Und dabei gingen sie immer auf die gleiche Weise vor: Kurze Strecken für einen geringen Preis werden nur ruppig akzeptiert oder gar abgelehnt, auf längeren Touren werden Umwege genommen, um mehr Kasse zu machen. Aber damit soll vom kommenden Januar an Schluss sein. Die Taxi-Innung und der Taxiverband Berlin-Brandenburg wollen künftig gemeinsam mit der Flughafen-Gesellschaft (BFG) die An- und Abfahrten in Tegel kontrollieren und mit einer neuen Benutzerordnung die „schlechten Sitten“ unterbinden. Das hat allerdings seinen Preis. Für Fahrten ab Tegel sollen Passagiere dann einen Zuschlag von 50 Cent zahlen.
„Es darf nicht sein, dass Besucher einen miesen ersten Eindruck von Berlin bekommen, nur weil sich einige Fahrer daneben benehmen“, sagt der Chef des Taxiverbandes Detlev Freutel und kündigt strenge Qualitätsstandards an. Ohnehin ist er zur Zeit bemüht, das Image seines Gewerbes kräftig aufzupolieren. Denn der ADAC hat in der vergangenen Woche, wie berichtet, einen Test veröffentlicht, nachdem Berlins Chauffeure auch im übrigen Stadtgebiet öfter Umwege fahren, um mehr zu kassieren oder schlicht, weil sie sich nur mangelhaft zurechtfinden. Die anonymen ADAC-Tester ließen sich auf mehreren Routen durch die Stadt kutschieren, dabei wurden sie bei jeder fünften Fahrt erst nach Umwegen zum Ziel gebracht und mussten bis zu 20 Prozent mehr als eigentlich nötig zahlen.
In Tegel sollen nun tagsüber bis zu sechs von der Flughafengesellschaft angestellte Aufpasser zum einen Ansprechpartner für die Fahrgäste sein und auf Beschwerden schnell reagieren. Zum anderen sollen sie darauf achten, dass die Regeln der schon weitgehend erarbeiteten Benutzerordnung eingehalten werden. „Darin verlangen wir ein korrektes und rücksichtsvolles Verhalten, einen freundlichen Umgangston und saubere Taxen“, sagt Freutel. Auch kurze Strecken dürfen nicht mehr abgelehnt werden, die Fahrer müssen ausreichende Deutschkenntnisse haben und sich auch auf Englisch halbwegs verständigen können. Wer diese Standards nicht einhält, dem drohen Sanktionen bis hin zum Platzverweis.
Der Senat hat signalisiert, dass er dem Projekt zustimmen will. Nun bleibt noch die Frage, wie die zusätzlichen Kosten für die Aufpasser von mehreren Hunderttausend Euro pro Jahr finanziert werden sollen. Diskutiert wird deshalb der 50-Cent-Zuschlag auf den Taxitarif ab Tegel. Dafür muss aber die Anfahrt zum Flughafen komplett neu organisiert werden.
Bisher zahlen Taxifahrer pauschal 70 Euro für eine Jahreskarte, die ihnen erlaubt, Tegel anzufahren. Künftig sollen sie nun für jede Nutzung einzeln 50 Cent aufbringen. Dafür wird eine Schranke mit einem Scanner vor den Nachrückestreifen installiert. Sie öffnet sich erst, wenn der Chauffeur seine Zugangsberechtigung einscannt und so registriert wird. Entsprechend der Zahl seiner Anfahrten zieht ihm der Flughafen den Zuschlag ab – den er sich vom Passagier zurückholt.
Dass Berlins Taxifahrer nach dem ADAC-Test auch generell wegen Abzocke und teils mangelnder Ortkenntnisse ins Gerede gekommen sind, liegt laut Taxi-Innung besonders an der wachsenden Fluktuation bei den Fahrern. Ausländische Zuwanderer wollten im Taxi schnell erstes Geld verdienen, Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben zurückkehren. Doch häufig werde das Chauffieren nur als Übergangsjob auf dem Weg zu lukrativeren Tätigkeiten angesehen, ergänzt Michael Hoffmann vom Landesamt für Ordnungsangelegenheiten. Wer sich aber als Jobber verstehe, nehme Arbeit und Berufsehre weniger ernst.
„Dass teure Umwege gefahren werden, hängt auch oft mit Staus und Baustellen zusammen“, sagen Fahrer. Dann helfe auch kein Navigationsgerät, das etwa in jeder dritten Taxe eingebaut ist. Als Ersatz für die geprüften Ortskenntnisse wird es von der Behörde ohnehin nicht anerkannt. Aus Sicherheitsgründen: „Nur ein Chauffeur, der seine Strecke genau kennt, kann sich voll auf den Verkehr konzentrieren.“
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.11.2008)
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Ab Tegel nur noch im Taxi de luxe |
Für Flughafen-Chauffeure gelten bald strenge Qualitätsstandards - für 50 Cent Zuschlag
Peter Neumann, Berliner Zeitung vom 29.11.08
Am Flughafen Tegel müssen bald alle Taxifahrer ordentlich angezogen sein und halbwegs gut deutsch sprechen können, in den Taxis dürfen sie nicht rauchen und Schmutz ist auch verpönt. Mit einer strengen Benutzungsordnung will die Berliner Flughafen-Gesellschaft (BFG) dafür sorgen, dass sich die Passagiere nicht mehr über schlechten Taxiservice ärgern müssen. Doch die Qualität hat ihren Preis - den die Fahrgäste von 2009 an zahlen müssen. Für jede Taxifahrt, die am Flughafen Tegel beginnt, soll ein Zuschlag von 50 Cent berechnet werden. Das haben die Verbände der Taxibranche beim Senat beantragt. Mit dem Geld wird das Personal bezahlt, das die Regeln durchsetzt. "Eine vernünftige Regelung", hieß es in der Senatsverwaltung.
Die allermeisten Fahrgäste sind mit den Berliner Taxis zufrieden, die Zahl der Beschwerden hält sich in Grenzen. Trotzdem gibt es am Flughafen Tegel immer wieder Grund zu Kritik, zum Beispiel über schmutzige Sitze. Auch fand manch ein Tourist nach der Fahrt heraus, dass sein Chauffeur einen Umweg genommen hatte - im Vertrauen darauf, dass der Kunde die kürzeste Route nicht kennt. Wer nur zum U-Bahnhof Kurt-Schumacher-Platz will, dem kann es passieren, dass der Fahrer diese kurze Tour ablehnt.
Fahrer sollen Englisch können
Nun wollen die BFG, die Innung des Berliner Taxigewerbes und der Taxi Verband Berlin Brandenburg (TVB) gemeinsam für mehr Qualität sorgen. "Alle Fahrgäste sollen sich bei uns wohl fühlen", sagte der TVB-Vorsitzende Detlev Freutel. Das Trio hat sich auf eine Benutzungsordnung verständigt, die den Taxifahrern in Tegel von 2009 an einiges abverlangt.
Danach sollen sich die Chauffeure "stets besonnen und rücksichtsvoll" verhalten sowie "stets korrekt und sauber gekleidet" sein. Rauchen im Taxi ist untersagt - selbst wenn kein Fahrgast an Bord ist. Alle Fahrtaufträge innerhalb Berlins sind auszuführen - auch diejenigen, die nur kurze Strecken umfassen und damit wenig einbringen. Jeder Taxifahrer hat über "ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache zu verfügen". Zudem soll er zumindest Grundkenntnisse der englischen Sprache haben. Die Flughafen-Gesellschaft behält sich vor, später einen Nachweis zu fordern. Weiterbildungskurse sind geplant.
Gern auch mit Kreditkarte
Die Fahrzeuge müssen "innen und außen in einem sauberen und gepflegtem Zustand" sein, heißt es in den BFG-Vorgaben weiter. Auch wird ein funktionierendes bargeldloses Zahlungssystem Pflicht, damit Fahrgäste mit EC- oder Kreditkarte bezahlen können.
An den Taxi-"Ladeleisten" in Tegel werden täglich sechs geschulte Mitarbeiter der BFG im Einsatz sein, die Taxifahrer überwachen und Fahrgästen helfen. Wer die Qualitätsstandards nicht erfüllt, muss mit Strafen rechnen - von einer Abmahnung über einen Platzverweis bis hin zur Sperrung der Zugangsberechtigung.
Auch der Taxiverkehr in Tegel wird neu geregelt. Heute muss für jedes Taxi eine Pauschale von 70 Euro pro Jahr gezahlt werden, damit es auf den zentralen Tegeler Nachrückeplatz fahren darf. "In Zukunft wird für jede Nutzung einzeln bezahlt - 50 Cent", sagte Freutel. Die Schranke zum Nachrückeplatz öffnet sich nur dann, wenn dort ein Scanner feststellt, dass auf der Windschutzscheibe eine gültige Zugangsberechtigung klebt. Hat die BFG die Berechtigung gesperrt, bleibt die Schranke unten - und das Taxi darf in Tegel keine Passagiere aufnehmen.
Die 50-Cent-Gebühr soll die Kosten für Technik und Personal decken, bei der BFG spricht man von bis zu 500 000 Euro pro Jahr. Die Taxibranche will die Gebühr an die Fahrgäste weiterreichen. "50 Cent sind vertretbar", hieß es im Senat. Außerdem werde der Zuschlag nur für Fahrten ab Tegel fällig, nicht für Fahrten nach Tegel.
Die Scanner-Technik soll im Juni oder Juli 2009 in Betrieb gehen, hieß es. Dagegen hält es die Taxibranche für möglich, dass der neue Tarif schon von Ende Januar an gilt. Ob dann auch schon der Flughafen-Zuschlag kassiert wird, muss der Senat entscheiden.
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Einmaliger Aufpreis
Vorreiter Berlin: Einen Flughafenzuschlag, wie für Tegel beantragt, gibt es anderswo in Deutschland nicht, sagen Experten. Überall sonst gilt der reguläre Taxitarif auch für Fahrten vom Flughafen. Ausnahmen sind Leipzig und Halle, wo es einen Flughafentarif gibt (der billiger ist). In München gilt eine Sonderregelung für Fahrten vom Flughafen zur rund 40 Kilometer entfernten Messe. Sie kosten pauschal 51 Euro.
Sonderfall Schönefeld:
Für diesen Flughafen ist kein Zuschlag geplant. Allerdings gilt für die Aufstellung der Taxis eine neue Regelung: Taxis aus Berlin (B) und dem Kreis Dahme-Spreewald (LDS) rücken abwechselnd vor, um Fahrgäste einzuladen. LDS-Taxen müssen auch nach Berlin, B-Taxen zum Beispiel auch nach Potsdam fahren.
Zukunft BBI: Verbände und Verwaltungsmitarbeiter denken darüber nach, wie der Taxitarif zum Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) aussehen sollte. Denkbar wäre es, die Preise in Tarifzonen zu staffeln, heißt es.
Pauschal nach Wien: Für Taxifahrten zwischen der österreichischen Hauptstadt und dem Flughafen Schwechat, der ebenfalls außerhalb der Stadt liegt, werden Pauschaltarife für die verschiedenen Wiener Bezirke offeriert. Fahrgäste zahlen pro Tour 25,50 bis 31 Euro.
Höhere Tarife in Sicht: Der Tarifantrag, den die Innung und der Taxi Verband im Senat für die mehr als 7 000 Berliner Taxis eingereicht haben, enthält nicht nur einen Flughafenzuschlag. Der Grundpreis soll von 3 auf 3,20, der Kurzstreckentarif von 3,50 auf vier Euro steigen. Auch die Kilometertarife sollen erhöht werden.
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"Der Fahrzeugführer ist stets korrekt und sauber gekleidet. Das Rauchen ist untersagt." Aus den neuen Qualitätsvorgaben
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Tarife in Brandenburg |
Chauffeure fordern Tariferhöhung, um Spritpreise auszugleichen
TREUENBRIETZEN - „Wir sind am Existenzminimum, manche darunter“, sagt Taxiunternehmer Kurt Klemm aus Treuenbrietzen. Ihm und seinen Kollegen macht die allgemeine Kostenexplosion zu schaffen. „Nicht nur der Dieselpreis, auch die Versicherungen, Werkstätten, Gebühren – alles wird teurer“, klagt Klemm. Als Vorsitzender des „Verbandes der Potsdam-Mittelmärkischen Taxi- und Mietwagenunternehmer“ hat er jetzt eine moderate Tarifanpassung beim Landkreis beantragt. Der Verband vertritt zwei Drittel der Taxibetriebe in Potsdam-Mittelmark. Unterstützt wird er dabei vom „Taxiverband Berlin-Brandenburg“ (TVB).
Vorstandsmitglied Karl-Heinz Kirle, selbst Unternehmer und Aufsichtsratschef der Taxigenossenschaft Potsdam, sieht es ähnlich. „Taxifahrer müssen auch Butter kaufen und Miete zahlen“, meint er. Das es nicht allen Betrieben gelingt, sich über Wasser zu halten, zeigen die vom Bundeszentralverband Personenverkehr (BZP) veröffentlichten Zahlen. Demnach sind in Deutschland 50 000 Arbeitsplätze durch Insolvenzen im Taxigewerbe verloren gegangen.
Kurt Klemm kennt auch die Gründe „Wir sind in einem Teufelskreis, unsere Hauptkunden sind die Patienten, die Krankenkassen drehen aber an der Preisschraube nach unten, die Ölkonzerne nach oben“, gleichfalls beklagte er die fehlende Planungssicherheit: „Manche Krankenkasse kündigt kurzfristig die Verträge, dann versiegt eine Einnahmequelle.“
Der Antrag auf Tariferhöhung sieht eine Anhebung der Kilometerpreise um 25 Cent, sowie bei der Wartezeit um zehn Cent je Minute vor. Probleme sieht Klemm bei der Genehmigung des Zuschlags für bargeldlose Fahrten, in der Hauptsache bei Zahlung mit Kreditkarten. Hier wünscht er einen Zuschlag von einem Euro je Fahrt, ein Zuschlag der kostendeckend wäre, da in der Regel vier Prozent des Fahrpreises an den Scheckkartenbetreiber abgeführt werden müssen. Der von den Taxifahrern beim Landkreis eingereichte Antrag sieht ein Inkrafttreten der neuen Preise zum 31. Oktober vor. Dabei hoffen die Unternehmer auch hier auf eine Kostenersparnis. Nach jeder Änderung ist eine Eichung des Taxameters notwendig, so könnte man die Neueichung mit der Jahreseichung verbinden und dadurch eine Gebühr sparen. Wegen der Kommunalwahlen wird der Zeitplan nach Einschätzung von Branchenkennern nicht zu halten sein. Da der neue Kreistag die Tarife erst bestätigen muss, die erste Arbeitssitzung aber erst im Dezember stattfindet, werden die Taxitarife wohl frühestens Anfang 2009 angehoben.
(Von Andreas Koska)
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Verbände kritisieren lasche Kontrollen gegen Schwarzarbeit |
Die "Berliner Zeitung" berichtet am 13.8.2008:
Immer mehr Taxis fahren für wenig Verdienst
Bald 7 000 Konzessionen in Berlin / Verbände kritisieren lasche Kontrollen gegen Schwarzarbeit
Peter Neumann
Normalerweise bedeuten steigende Zahlen gute Nachrichten. Doch in diesem Fall ist es anders, zumindest für die Berliner Taxibranche. Die Zahl der Taxikonzessionen steigt und steigt - damit nimmt auch die Konkurrenz zu. Am 31. Juli waren in Berlin 6 958 Taxis unterwegs, teilte das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo) gestern mit. So viele Taxis gab es in Berlin seit den frühen 90er-Jahren nicht mehr. "Noch in diesem Jahr werden wir die 7 000 überschreiten", sagte Bernd Dörendahl von der Innung des Berliner Taxigewerbes. "Die Gefahr besteht", pflichtete Detlev Freutel vom Taxi Verband Berlin Brandenburg bei.
Es mutet paradox an: Immer mehr Taxis kurven durch Berlin, obwohl es dabei meist nicht viel zu verdienen gibt. Ende 2004 waren 6 468 Konzessionen vergeben. Zwei Jahre später waren es 6 633, am Ende des vergangenen Jahres 6 820, meldete das Landesamt.
Einfacher Einstieg
Taxifahren sei für Ausländer ein relativ einfacher Einstieg ins deutsche Berufsleben, erklären Branchenkenner. Weil die Fluktuation groß sei, würden stets Chauffeure gesucht. Bernd Dörendahl gab eine zweite Erklärung: "Eine einfache Form, Arbeitslose aus der Statistik herauszubekommen, ist es, sie auf die Taxibranche hinzuweisen." Um Anreize zu geben, es als Fahrer oder gar als Unternehmer zu versuchen, übernähmen manche Agenturen für Arbeit sogar die Prüfungsgebühren. Dass der Verdienst meist mau ist, entdecken die Ex-Arbeitslosen später.
Die dritte Erklärung geben Insider nur hinter vorgehaltener Hand, weil es sich hier ihrer Einschätzung nach um illegale Vorgänge handelt: Auch Verpachtungen treiben die Konzessionszahl in die Höhe. Dies bietet sich für Interessenten an, die wenig Chancen haben, legal Taxi-Unternehmer zu werden - weil sie die Sach- und Fachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer mangels deutscher Sprachkenntnisse nicht bestehen würden. Sie kaufen sich ein Taxi, übergeben es einem Unternehmer, der seinen Betrieb in die Papiere eintragen lässt und eine Konzession besorgt. Von dem Fahrer, der auf eigene Rechnung schwarz arbeitet, erhält der Unternehmer Geld - meist 500 Euro im Monat. So entstehen Anreize, weitere Konzessionen zu beantragen, und die Schwarzarbeit floriert.
In Berlin ist es relativ problemlos möglich, Taxikonzessionen zu erhalten und zu verlängern, sagen Insider. In der zuständigen Labo-Abteilung wurden mehrere Stellen weggespart. Gab es für die meisten Namens-Anfangsbuchstaben früher je einen Mitarbeiter, seien heute für alle Antragsteller vier Beschäftigte tätig - die noch andere Aufgaben haben. Anträge könnten nicht so intensiv geprüft werden, wie dies wünschenswert wäre. "Das gilt auch für Erweiterungsanträge von Firmen, die im Verdacht der Schwarzarbeit und Taxameter-Manipulierung, also der Umsatzunterdrückung, stehen", so ein Insider. "Da bewegt man sich nahe an der Strafvereitelung im Amt."
Ein Vorwurf, den Labo-Direktor Dietmar Wisotzky energisch zurückweist. Wenn Konzessionen erneuert werden sollen, werden die Anträge genau geprüft, sagte er. In Hamburg geht es aber noch genauer zu, heißt es in der Branche. Dort wurde die Verwaltung so umorganisiert, dass es nun möglich ist, intensiv die Zuverlässigkeit jedes Antragstellers zu untersuchen. Er hat mit Schichtzetteln oder Kassenbüchern seine Umsätze nachzuweisen. Wer zum Beispiel 13 000 Euro Jahresumsatz angibt, macht sich verdächtig, weil niemand davon leben könne.
Sind die Angaben unplausibel, forscht die Behörde nach, auch beim Finanzamt. Folge: 2007 wurden 101 Konzessionen nicht verlängert, zehn Unternehmen mit 54 Taxen wurde die Genehmigung entzogen - die Zahl der Taxis sinkt.
Das Hamburger Modell wünschen sich Innung und Verband auch für Berlin. "Mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt es Gespräche, wie man die Prüfungen intensivieren könnte", sagte Wisotzky. Für den Datenaustausch mit Zoll- und Finanzbehörden müsste aber noch die Rechtsgrundlage geschaffen werden. Das neue Konzept würde der Landeskasse viel Geld von den schwarzen Schafen einbringen, aber viel weniger kosten, sagte der Innungschef Dörendahl. Im Labo würden dafür nur sechs, maximal acht zusätzliche Mitarbeiter gebraucht.
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Tariferhöhungen überflüssig
Die Konkurrenz auf dem Berliner Taximarkt nimmt zu. Zwar sinkt die Zahl der Taxi-Unternehmen: Ende Juli waren es 3 164, vier Jahren zuvor noch 3 345. Doch die Zahl der Konzessionen steigt. Vor einem Jahr waren es 6 702 - heute sind es 3,8 Prozent mehr.
Rund 5 500 Taxis wären ausreichend, heißt es bei den Taxiverbänden. "Wenn wir diese Zahl erreichen würden, könnten wir auf Tariferhöhungen vorerst verzichten", sagt Bernd Dörendahl von der Taxi-Innung. Doch ein Konzessionsstopp würde vor Gericht scheitern. In Hamburg ist die Zahl der Taxis von mehr als 4 000 im Jahr 2000 auf unter 3 500 gesunken. Dort prüft die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Konzessionsanträge intensiver als früher. Dabei steht die Frage, ob der Antragsteller zuverlässig ist, im Zentrum.
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Regierung will Schwarzarbeit stärker bekämpfen |
Der Tagesspiegel, 5. Juni 2008
Berlin -
Die Bundesregierung will entschiedener gegen Schwarzarbeit vorgehen. Dazu beschloss das Kabinett am Mittwoch das Aktionsprogramm "Recht und Ordnung auf dem Arbeitsmarkt". Demnach sollen etwa Beschäftigte aus Branchen, die stark von Schwarzarbeit betroffen sind, künftig stets einen Lichtbildausweis mitführen. Bislang ist nur der Sozialversicherungsausweis Pflicht. Außerdem sollen Arbeitgebern Bußgelder drohen, wenn ihre Mitarbeiter bei Kontrollen keine Papiere vorzeigen können. Weiter sieht das Programm vor, ausgewählte Großbaustellen durchgehend zu kontrollieren. Dafür soll es vor Ort Dauerprüfstellen geben. Zudem müssen Firmen laut Programm neue Mitarbeiter sofort melden und nicht erst bei der nächsten Lohnabrechnung. Damit wäre die Ausrede hinfällig, der Betreffende sei erst neu dabei.
Bauverbände und die Gewerkschaft IG Bau begrüßten das Programm am Mittwoch. Der Fachgemeinschaft Bau (FG Bau) gehen die Regeln aber noch nicht weit genug. So müsse etwa ein Arbeiter noch vor der Arbeitsaufnahme angemeldet werden, forderte FG-Bau-Hauptgeschäftsführer Wolf Burkhard Wenkel. "Angesichts dessen, dass jeder Zweite auf dem Berliner Bau schwarz arbeitet, wäre das dringend notwendig." ysh
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